Sonderausstellungen

300 Jahre Barockschloss

Seit Albrecht Friedrich von Erlach (1696-1788) die alte Burg im Jahr 1720 zu einem eleganten Barockschloss umgebaut und erweitert hat, ist die architektonische Hülle von Schloss Jegenstorf äusserlich so gut wie unverändert geblieben. Nachdem in den letzten Jahren sämtliche Fassaden umsichtig restauriert worden sind, ist die Stiftung Schloss Jegenstorf stolz und erfreut, 2020 das 300-Jahr-Jubiläum «seines» Barockschlosses feiern zu können. Dieses gehört zum Kulturgut nationaler Bedeutung und neu auch offiziell zu den Berner Kulturinstitutionen von regionaler Bedeutung. Ab Mai 2020 ist Schloss Jegenstorf zudem offizielles Traulokal im Zivilstandskreis Bern-Mittelland. Ein willkommenes «Geburtstagsgeschenk» und ein weiterer Schritt auf dem Weg, das Schloss der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zur Feier des Jubiläums zeigt die Stiftung Schloss Jegenstorf eine aussergewöhnliche Sonderausstellung, die die Interieurs zu «neuem altem Leben» anno 1720 und Folgejahre erweckt, die Zeit der (zweiten) Ära von Erlach.

Die Jubiläums-Ausstellung ist als szenische Promenade angelegt und offeriert einen Augenschmaus, der sich durch das ganze Schloss hindurchzieht und als eine Art statisches Theater mit zwölf Stationen in mehreren Räumen auf zwei Etagen erlebt werden kann. Die Ausstellung besteht aus einer speziell für die Jubiläumsfeier entwickelten Geschichte mit Fakten und Anekdoten rund um das Schloss, seinen Um- und Erweiterungsbau 1720 sowie Episoden aus dem Leben, dem Wirken und dem Umfeld des Schlossherrn und späteren Schultheissen Albrecht Friedrich von Erlach.

Animiert ist der Parcours mit szenisch inszenierten Figurinen und Accessoires der belgischen Künstlerin Isabelle de Borchgrave. Sie entstanden anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 300. Geburtstag von Friedrich dem Grossen für die Inszenierung der Komödie «Der Modeaffe eine szenische Promenade» im Neuen Palais Potsdam und sind eine Leihgabe der Stiftung Preussischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG). Der Name der international ausstellenden Designerin und Künstlerin ist weltweit mit aussergewöhnlichen Kreationen aus Papier, Draht und Malerei, insbesondere mit ihren aufwendig inszenierte Kostüminszenierungen, verbunden. Die farbenfrohen Figurinen täuschen virtuos reiche Spitze, knisternde Seide und schweren Samt vor und fügen sich bestens in die Interieurs von Schloss Jegenstorf ein und bescheren den Besuchenden ein sinnliches «Gesamtschlosserlebnis», das einen ins patrizische Leben des Alten Bern eintauchen und das Schloss aus einem völlig neuen Blickwinkel erleben lässt.

Eine flankierende Kabinettausstellung unter dem Titel «300 Jahre – 30 Objekte» (siehen unten) zeigt Trouvaillen aus drei Jahrhunderten aus dem Besitz der Sammlung der Stiftung Schloss Jegenstorf. Hinzu kommen zahlreiche Veranstaltungen, darunter auch ein neu erarbeiteter szenischer Rundgang mit Albrecht Friedrich von Erlach «persönlich».

Heiraten Sie bei uns!
Für das Jubiläumsjahr hat sich die Stiftung Schloss Jegenstorf zudem selber ein Geschenk gemacht: Schloss Jegenstorf ist neu offizielles Traulokal im Zivilstandskreis Bern-Mittelland. Ab Mai 2020 finden die ersten Trauungen in den eigens dafür hergerichteten Schlossräumlichkeiten statt. Damit kann die Stiftung Schloss Jegenstorf ihren Auftrag, das Schloss der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, mit einem weiteren Schritt in diese Richtung erfüllen.

300 Jahre – 30 Objekte

Die Kabinettausstellung ist eine spielerische, niederschwellige Annäherung an die Geschichte und die Sammlung von Schloss Jegenstorf. Während die Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht und heute noch nicht zu Ende geschrieben ist, liegt der Schwerpunkt der bedeutenden und bis über die Grenzen hinaus bekannten Sammlung im 18. Jahrhundert mit seinen Stilrichtungen Barock, Rokoko und Klassizismus. Ausgewählte Kunstgegenstände, Alltagsobjekte, Schätze, Kuriositäten, Trouvaillen quer durch unsere «hauseigene» Sammlung und Geschichte werden auf attraktive Weise in einem Raum inszeniert. Je ein ausgewähltes Exponat (Bild, Foto, Objekt, Möbel, Buch, Text, Ton- oder Filmdokument etc.) steht für (s)eine Dekade und erzählt (s)eine kleine Geschichte.