Kinder, Familien

Noah und Napoleon

Lesung aus dem gleichnamigen berndeutschen Kinderbuch von Rudolf von Tavel – mit farbigen Bildprojektionen im Hintergrund. In der ironisch-doppelbödigen (Kinder-)Geschichte treffen im Traum des kindlichen Erzählers Noah und Napoleon als alte Kinderspielfiguren aufeinander und streiten sich darüber, wer für die Weltgeschichte die wichtigere Figur sei.

Die Erzählung wurde aus Anlass des 150. Geburtstags des Autors im Auftrag der Stiftung Rudolf von Tavel mit wunderschönen, in zarten Wasserfarben gehaltenen Illustrationen des deutschen Malers und Kinderbuchautors Sebastian Meschenmoser und einem Kommentar von Pedro Lenz herausgegeben. Pedro Lenz streicht das «spielerische Experimentieren» des Patrizier-Sprosses von Tavel mit den Sprachfärbungen heraus – einem Stilmittel, das auch in der Spoken-Word-Szene gebräuchlich sei. So erstaunt es nicht, dass Rudolf von Tavel postum zum Ehrenmitglied von «Bern ist überall» ernannt worden ist.

Der Berner Jurist und Journalist Rudolf von Tavel (1866-1934) hat sich als erster Autor der Berner Mundart als schriftliche Ausdrucksform bedient. 1901 erschien «Jä gäll, so geit's!», sein Debütroman. Mit seinen zahlreichen Romanen und Erzählungen hat er das verloren gehende Stadtberndeutsch, die Sprache des Berner Patriziates und Bürgertums, für immer festgehalten. Die Stiftung Schloss Jegenstorf präsentiert in einer kleinen Gedenkausstellung Möbel, Bilder und weitere Gegenstände aus dem Nachlass des Schriftstellers.